Ein Bienenschwarm
Wenn man am Himmel einen Bienenschwarm vorbei fliegen sieht ist das natürlich ein beeindruckendes Schauspiel und nur die wenigsten Menschen haben jemals die Gelegenheit dies mitzuerleben. Noch schwieriger ist es diese schwarze Wolke aus abertausenden Individuen am Himmel so lange nachzuverfolgen bis sie sich, meist an einem hohen Baum, niederlassen und die sogenannte Schwarmtraube bilden.
Doch stellt man sich spätestens jetzt die Frage: "Wie kommt es eigentlich zum Auszug eines solchen Bienenschwarms?"
Lass mich ganz vorne beginnen, wie so ein Bienenvolk aufgebaut ist:
Prinzipiell besteht ein Bienenvolk aus 3 Teilen. Der Anzahl größte Teil eines Volkes sind die Arbeiterinnen, dies können bis zu ca. 40.000 Bienen sein, die alle anfallenden Arbeiten im Volk ausüben und durchlaufen.
Der Anzahl zweitgrößte Teil bilden die männlichen Bienen, die Drohnen mit ca. 15.000 Individuen. Diese wiederum haben nur einen Lebenszweck in einem Bienenvolk , die Begattung der Königinnen auf dem Hochzeitsflug, ansonsten werden sie im Volk gefüttert und nach der Schwarmsaison bei der Drohnenschlacht aus dem Volk geworfen und abgestochen.
Der dritte und zahlenmäßig kleinste, aber wichtigste Teil eines Bienenvolkes ist die Königin, die mit Ausstoß von Pheromonen zum einen das Volk zusammen hält und lenkt, zum anderen ist ihre Hauptaufgabe das Eier legen. Je nach Königin zwischen 2.000 und 2.500 Eier am Tag, sodass in 21 Tagen eine Arbeiterin vom Ei bis zu fertigen Biene braucht. Das sind 42.000 Eier in der selben Zeit.
Doch was passiert in einem Bienenvolk, dass es sich entschließt zu schwärmen?
Eigentlich ist das ein ganz natürlicher Vorgang und die von der Natur vorgesehene Weise ein Bienenvolk zu vermehren. Die sogenannte Schwarmzeit beginnt normalerweise Ende April - Anfang Mai und endet Ende Juni - Anfang Juli, dies ist aber sehr stark von äußerlichen Einflüssen der Natur abhängig, so setzt die Schwarmzeit meist mit steigenden Temperaturen und Nektar- und Pollenangebot ein.
Aber was passiert im Volk selbst?
Früh im Jahr findet man in einem Bienenvolk nur noch eine Handvoll Bienen, die dem Winter als Bienentraube im Bienenstock überdauert haben und nun im sich ankündigten Frühjahr immer mehr Emsigkeit entwickeln und anfangen sich zuerst in kleinen Brutnestern und später in immer größer werdenden Brutflächen zu vermehren.
Die Königin beginnt wieder mit der Eilage, diese werden dann von den Arbeiterinnen gepflegt und zu Jungbienen herangezogen. Dadurch steigt die Anzahl der Bienen im Volk von Woche zu Woche und es können auch die ersten Nektarreserven angelegt werden.
Meist ab Mitte April wird dann auch Drohnenbrut in den Völkern angelegt und es beginnt bald nach der Geschlechtsreife der Drohnen auch die Vermehrung der Völker. So langsam wird es eng im Volk und der Druck steigt, sodass das Volk nun alles im Überfluss hat, Bienen, Futter, Energie, nur der Platz reicht nicht mehr aus.
Also beginnen die Arbeiterinnen sogenannte Weiselzellen anzulegen, um junge Königinnen heranzuziehen. Sobald die junge Königin vom Begattungsflug zukehrt und es die perfekten äußerlichen Temperaturen hat beginnen meist so um die Mittagszeit erst einzelne und dann immer mehr Bienen sich am Himmel zu sammeln bis dann die Altkönigin mit eine Teil des Volkes ausfliegt, um ein neues Volk zu bilden. Die mitfliegenden Arbeiterinnen haben ihren Honigmagen bis obenhin gefüllt, um für die ersten Tage genug Nahrung als Reserve zu haben.
Die Jungkönigin bleibt im alten Volk und hat jetzt wieder genug Platz um das Altvolk weiter aufzubauen und vielleicht im selben Jahr noch weitere Schwärme zu produzieren.
Die Altkönigin wiederum sucht sich mit Hilfe ihrer Spürbienen einen neuen Platz für ihr Volk, das kann ein hohler Baum sein oder eine Zwischendecke in einem Haus oder eine andere Art von Höhle. Oder sie hängen sich an einen Ast bzw. Vorsprung in der Höhe auf zu einer Schwarmtraube und werden dort von aufmerksamen Mitmenschen entdeckt, die einen Imker aus der Nähe zu Hilfe rufen, um den Schwarm wieder einzufangen und in Sicherheit zu bringen.
Das ist für die Bienen mit Sicherheit die beste Lösung, denn vom Imker werden sie fachkundig und richtig bearbeitet und versorgt, damit krankheitsfrei und gesund und lange leben können.