Betriebsweisen
Was bezeichnet man als Betriebsweise?
Als Betriebsweise bezeichnet man grundsätzlich die Art nach der das Bienenvolk geführt wird.
Ursprünglich waren keine Betriebsweisen nötig, als die Imker noch Zeidler waren und Baumhöhlen in schwindelerregender Höhe mit Äxten aufschlugen, um den Honig der Bienen zu stehlen. Die darauf folgende Ära der Korbimker stellte schon mehr Ansprüche an den Imker und es entstand die erste Betriebsweise. Bei der Honigernte blieb vom Wabenwerk nicht viel übrig, da die Waben noch nicht schleuderfähig waren musste in dieser Betriebsweise der Honig gepresst werden. Auch heute noch wird ein ähnliches System im Orient, Arabischen, Asien und Teile Afrikas betrieben, die sogenannte Röhrenimkerei, die schon im alten Ägypten vor über 12.000 Jahren vor Christus belegt ist wird in diesen Erdteilen heute noch so betrieben.
Die Röhrenimkerei setzte sich auf der Nordhalbkugel nie durch und es blieb hier bei der Korbimkerei, welche dann zumindest in Europa von der Hinterbehandlungsbeute abgelöst wurde und eine wichtige Erfindung mit sich brachte. Das bewegliche Rähmchen, welches einen Holzrahmen aus Holzlättchen darstellt in dem die Bienen ihr Wabenwerk errichten können und trotzdem bleibt alles mobil und ist auch leichter zu kontrollieren und auszutauschen. Eine unglaubliche Hilfe in der Bekämpfung der Varroamilbe, die weltweit alle Bienenvölker befallen hat und seid Ende der siebziger Jahre auch Europa fest im Griff hat. Jedoch waren diese Hinterbehandlungsbeuten nicht transportabel und sehr anspruchsvoll in der Pflege, wobei die meisten Bauernhöfe irgendwo in den Nebengebäuden eine solche Hinterbehandlungsbeute hatten.
Aber die Weiterentwicklung war nicht aufzuhalten, so erfand der amerikanische Pastor Lorenzo Langstroth im achtzehnten Jahrhundert die Magazinbeute, die sich ab diesem Zeitpunkt in der ganzen Welt ausbreitete. In Europa wurde das Langstroth-Maß in unzählige andere Maße weiterentwickelt z.B. Deutsch Normal, Zander, Einheitsmaß, Kuntzsch und viele mehr, doch in Amerika entwickelte sich das Langstroth-Maß auch weiter z.B. in die Beute von Moses Quinby oder der Beute von Charles Dadant.
Doch wenn man sich alle derzeit gängigsten Magazinbeuten und ihre Betriebsweisen ansieht, so lassen sich auch regionale Trends feststellen. In sehr heißen und tropischen Gegenden werden hauptsächlich Lehmröhren mit Naturwabenbau mit Presshonig oder Wabenhonig umgesetzt. In Osteuropa und Alpenraum findet man noch vereinzelt Hinterbehandlungsbeuten mit zugehöriger Betriebsweise. Die zwei am meisten verbreitetsten Betriebsweisen sind zum einen der geteilte Brutraum mit zwei Bruträumen einem Absperrgitter und folgenden Honigräumen über ganz offenem Boden. Zum anderen der angepasste Brutraum nach Bruder Adam, Günter Ries, Hans Beer oder Jürgen Binder. Der angepasste Brutraum benötigt nur einen Brutraum der dann auf die benötigte Größe eingeengt (geschiedet) wird und einem Absperrgitter und folgenden Honigräumen über winterlich ganz offenen und im Frühjahr bis Herbst teil geschlossenen Gitterboden. Letztere Betriebsweise gewinnt jedes Jahr mehr und mehr Anhänger und Befürworter.
Für mich ist der angepasste Brutraum die einzige Betriebsweise die sich immer weiter entwickelt, verbessert und aktualisiert und für mich persönlich und nach meinem ermessen für meine Imkerei die beste Betriebsweise.